MAKE WALLS TALK!

7. GENIUS LOCI WEIMAR FESTIVAL 10.-12. AUGUST 2018

Bei sternenklarem Himmel ging das Fassaden-Projektions-Festival GENIUS LOCI Sonntags Nacht null Uhr zu Ende und die Projektoren aus. „Wir sind ein sehr umfang- und facettenreiches Festival geworden, von den Großprojektionen bis hin zur Kurzfilmwanderung, von der „sprechenden Stadt“, in der man sich dem Festival mit Schatzkarte auf völlig neue Weise nähern kann bis hin zum GENIUS LOCI Talk für Experten und Interessierte. Festival-Chef Hendrik Wendler fasst es noch mehr zusammen: „Es gibt so viele Spielorte und Spielarten, dass die Zuschauer es kaum schaffen - wie auf einem Musikfestival oder einer Biennale auch - alles zu sehen und zu erleben.“ Und gleichzeitig bleibt das Alleinstellungsmerkmal erhalten: Es gibt keine Beliebigkeit. Bei Genius Loci geht es um den konkreten Ort, drei konkrete Orte, in Weimar und deren Geist, ihre Geschichte, ihre Verbindung zur Umgebung.


Prominente Adressen wie in jedem Jahr: das Goethehaus am Frauenplan, das gerade sanierte Haus der Charlotte von Stein sowie die Universitätsbibliothek, drei Orte und ihre geistige Verbindung, die intensive zwischen Goethe und Frau von Stein sowie dem Ort der Bücher: „Bei der Bibliothek handelt es sich architektonisch um ein ganz klares Gebäude. Dies ist natürlich auch leichter zu bespielen als eine Barockfassade. Wir sind sehr zufrieden mit dem Wettbewerbsergebnis. Das Gebäude, die Rasterung der Fenster, als Display zu benutzen, hat nach außen funktioniert.“ 

Genius Loci Weimar 2018 short Aftermovie


Konzert-Aufführungen gleich liefen die drei Projektionen im 30 Minuten Takt, anders beim GENIUS LOCI LAB im Hof der Uni-Mensa und am Klimapavillon. Dort wurden die Fassaden ohne Unterbrechung bespielt, kaleidoskopartig und durch die Besucher mitgestaltet oder abgestimmt auf die DJ Beats im Unimensa-Hof. „Unser LAB, in dem verschiedene internationale Videokünstler ihre Ideen zeigen, wird von den Besuchern immer stärker angenommen.

FESTIVAL BOOKLET 2018


Autofreies Weimar: alle Gebäude und Locations lagen sehr kompakt beieinander, Teile der Innenstadt wurden wieder für den Verkehr unzugänglich abgeriegelt. Die Menschen erobern ihre eigenen städtischen Räume zurück, erleben die Architektur, in der sie leben und arbeiten völlig neu, haben Zeit, sich in Ruhe zu nähern: „Es geht ja auch darum, dass sich die Leute wieder auf die Straße trauen, auch nachts. Es ist doch ihre Stadt. Uns ist es dabei immer wieder ein großes Vergnügen, dass wir uns eine Route aussuchen und die Stadt hilft uns, diese Route autofrei zu gestalten. Es gibt, wie man an der Unibibliothek deutlich sah, völlig neue Perspektiven aus der Ferne und aus der Nähe zu entdecken und zu erleben.“

Vom Fach: GENIUS LOCI Talk

Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr der Genius Loci Talk statt. Mehr als 150 Teilnehmer kamen. Hendrik Wendler: „Ich bin beeindruckt von der Akzeptanz und Relevanz unseres Gedankenaustausches. Dass wir international anerkannt sind, zeigt auch, dass so erfahrene Leute wie Professor Uwe Brückner vom international agierenden und renommierten Atelier Brückner referieren.“