Buchenwald Memorial Turm

Das dritte Wettbewerbsobjekt bildet der Glockenturm. Dieser 50 Meter hohe Turm ist aus hellem Sandstein erbaut und weithin sichtbar. Der Turm bildet als dramaturgischer Höhepunkt den Abschluss der insgesamt wie eine säkulare „Via Dolorosa“ aufgebauten Mahnmalsanlage, auf dem Weg an der berühmten Figurengruppe vorbei. Ganz oben auf dem Turm befindet sich die Buchenwaldglocke, die stündlich schlägt. Der Turm an dieser Stelle des Ettersberges ist bis in die nächstgelegenen Städte sichtbar.

Auf der großzügigen und fast nicht unterbrochenen – und für narrative Elemente hervorragend geeigneten – Südfassade vermittelt ein Videomapping den ‚Genius Loci‘ des Buchenwald Memorials. Während dem Festival ist der Glockenturm die letzte Station des Besuchers, danach wird er das Gelände verlassen.

An einem solchen Ort stellt sich intensiv die Frage nach der Erinnerungskultur, welche Aufgabe ein Denkmal, ein Mahnmal, eine Inszenierung heute für die Gesellschaft übernehmen soll. Sollte ein ein Mahnmal wirklich dazu geschaffen sein, die Empathischen, die moralisch Orientierten, vor sich zu versammeln und zu mahnen? Zu beschämen? Zu Verunsichern? Zum Schweigen zu bringen? Oder ist ein Mahnmal nicht vielmehr ein laut vernehmbarer, eindeutiger Handlungsaufruf derer, die sich nicht mehr zu Wort melden können? Ist ein Mahnmal mehr ein kritischer Blick in die Gegenwart und ein entschlossener Blick in die Zukunft als in die Vergangenheit? Es ist nicht unbedingt verkehrt, wenn man aus dem Wettbewerbsbeitrag durchaus auch die Dringlichkeit der aktuellen Situation heraushören kann.

Zum Festival wird auf die Südseite des Glockenturms in einem Bereich vom Sockel bis unterhalb der ersten Brüstung projiziert. Es ist denkbar, die Figurengruppe mit Licht oder Projektion einzubeziehen. Eine Audioanlage ist vorhanden. Für den Wettbewerb soll ein 30sec. Clip für die Südfassade eingereicht werden.

 

Vergesst nicht, das Animation Pack herunterzuladen! Hier findet Ihr wichtige Hinweise, die Gebäudemaske und 3D-Modelle des Wettbewerbsgebäudes.

Verwendung der Gebäudefotos nur mit Bildnachweis: © Henry Sowinski, Genius Loci Weimar 2024