Artists 2026
„Temple of Voices: An Unfinished Common Script“ von AOTOO | China
Das New Media Art Studio AOTOO aus Chongqing, China hat sich auf immersive Projektionen und Lichtkunst spezialisiert. Mit ihren Arbeiten wurden sie schon mehrfach ausgezeichnet unter anderem mit Preisen beim China Chongqing International Light Art Festival und der One Minute Projection Mapping Competition.
Ausgehend von der Geschichte des Niketempels als Ort des Austauschs und der öffentlichen Kommunikation begreift die Projektion „Temple of Voices: An Unfinished Common Script“ Demokratie als einen fortwährenden Prozess des Zuhörens, der Teilhabe und des Aushandelns. Durch das Zusammenspiel von Texten, Datenströmen, Klangwellen und leisen menschlichen Stimmen verwandelt die Arbeit den Niketempel in eine „Halle der Stimmen“, die nach Zeiten von Lärm und Sprachlosigkeit seine Fähigkeit zum Zuhören zurückgewinnt.
„STRATUM“ von Amir Ahmadoghlu | Iran
Amir Ahmadoghlu ist transdisziplinärer Designer, Dozent und visueller Storyteller mit Schwerpunkt auf Motion Design, Animation und transmedialen Narrativen. In seiner Arbeit untersucht er die Schnittstellen von Design, Technologie und visueller Kultur und entwickelt experimentelle Projekte zu kulturellem Erbe, immersiven Medien und interdisziplinären Designmethoden. Seine Arbeiten wurden international unter anderem in Berlin, New York, Peking, Toyama, Venedig, Mexiko-Stadt und Istanbul ausgestellt und von renommierten Jurys ausgewählt, darunter die Taiwan Design Week und das Toyama Modern Art Museum in Japan.
„STRATUM“ ist ein interdisziplinäres Video-Mapping- und Stop-Motion-Animationsprojekt, das für die Fassade des Hauses der Weimarer Republik konzipiert wurde. Das Projekt geht über eine herkömmliche digitale Projektion hinaus und fungiert als architektonische Anatomie, die das visuelle Gedächtnis der Demokratie über einen Zeitraum von 2.000 Jahren Schicht für Schicht freilegt.
„Fragĭlis“ von Rita Reis | Portugal
Rita Reis ist eine portugiesische multidisziplinäre Künstlerin, die in den Bereichen Illustration, Skulptur, Installation, Szenografie und Video Mapping arbeitet. In ihren Projekten greift sie gesellschaftlich relevante Themen auf und versteht Kunst als Ausgangspunkt für individuelle und kollektive Reflexion sowie für die Entwicklung gerechterer gesellschaftlicher Perspektiven. Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Festivals unter anderem in Frankreich, Spanien, Brasilien, China, den USA und Portugal präsentiert.
In der auf Schillers Wohnhaus projizierten Arbeit „Fragĭlis“ dient Spitze als Sinnbild für Demokratie: ein filigranes Geflecht, dessen Stabilität vom Zusammenwirken aller Elemente abhängt. Die Arbeit thematisiert die schleichende Aushöhlung von Freiheit und zeigt, wie der Verlust einzelner Rechte das demokratische Ganze gefährdet. Gleichzeitig eröffnen die Leerstellen und Spuren der Erosion die Perspektive auf Erneuerung und gemeinschaftlichen Wiederaufbau.