NEUES BAUHAUS-MUSEUM

The Shape of Sound

Das neue Bauhaus-Museum wird über visualisierte Rhythmen aufgebaut und wieder dekonstruiert. „The Shape of Sound" ist eine interaktive Projektion, die sich auf Hände, Gesten und Sounds konzentriert. Hände erkunden die Fassade und fangen an Sounds und Rhythmen zu erzeugen. Das Gebäude verwandelt sich in einen Licht- und Klangkörper. Das Publikum wird durch einladende Gesten animiert, Teil der Projektion zu werden. Die Sounds selbst stammen direkt von der Bauhaus-Museums-Fassade.

 

DER KÜNSTLER

Jonas Denzel, Film- und Medienkünstler aus Karlsruhe/D

ÜBER DEN SPIELORT

Auch in diesem Jahr bespielt Genius Loci Weimar ein zeitgenössisches Gebäude, das neu eröffnete Bauhaus-Museum. Der Wettbewerb für Fassadenprojektionen soll damit auf die Aufgabenstellungen der Medienarchitektur, wie sie immer öfter im modernen Stadtbild in Erscheinung tritt, erweitert werden. Moderne Medienarchitektur befindet sich derzeit in einem hochaktuellen Spannungsfeld zwischen willkommenem 'Digital Placemaking' und dem Vorwurf der Reizüberflutung einerseits, zwischen architektonischer Reästhetisierung urbaner Räume und Lichtverschmutzung andererseits. Gestalt, Qualität, Funktionalität und Nachhaltigkeit sind Fragen, mit denen sich die Medienarchitektur im Umgang mit Licht als zentrale Gestaltungsrolle beschäftigt. Mit den Techniken des Videomappings soll während des Festivalwochenendes eine permanente Medienarchitekturinstallation simuliert werden.

Das neue Bauhaus-Museum wird im April 2019 zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses eröffnet. Die Bauhaus-Schule in Weimar und die Weimarer Republik begannen gemeinsam 1919 und setzten sich für eine moderne, demokratische und weltoffene Gesellschaft ein.

Das neue Bauhaus-Museum versteht sich als "offene Werkstatt", als Erfahrungsstätte durch Partizipation und Vermittlung von Handwerk und Gestaltungsprozessen. Mit dem Motto "Wie wollen wir zusammen leben?" verfolgt es kein Lehrkonzept. Diese Fragestellung, die einst Walter Gropius stellte, soll als Aufruf verstanden, der Geist des Bauhauses erlebbar gemacht werden.

Unter den Exponaten wird der Bauhaus-Bestand gezeigt, die älteste diesbezügliche Sammlung, die schon von Walter Gropius angelegt worden war.

Im Gebäude kann der Besucher von Etage zu Etage blicken. Die klare Architektur des Neubaus arbeitet in seinem Innern auf fünf Etagen mit doppelgeschossigen Lufträumen, mit Ein- , Aus- und Durchblicken.

Der Standort des neuen Bauhaus-Museums steht auf einer Achse vom ehemaligen nazionalsozialistischen Gauforum über den Weimarer Goetheplatz mit der Kunsthalle Harry Graf Kessler, ein Wegbereiter des Bauhauses, zum Deutschen Nationaltheater, wo die verfassungsgebende Nationalversammlung 1919 tagte.

Als Wettbewerbsobjekt für mediale Bespielung eignet sich das neue Bauhaus-Museum ganz hervorragend: der nüchtern – klare Baukörper lässt viel Raum für eine eigene kreative Formen- und Bildsprache.

Es ist beabsichtigt, auf die Fassade vollflächig zu projizieren, und dadurch eine mediale Bespielung durch Projektoren, Leuchtelemente oder andere Methoden der Illumination oder Bespielung zu simulieren. Fenster werden projektionstauglich verhängt. Die Einreicher sind aufgerufen, eine 10-15 minütige Videobespielung zu entwickeln, die während des Festivalwochenendes an dem Ort halbstündig wiederholt wird. Das Video sollte auch Audio enthalten – entweder als konkreten Vorschlag zur Bespielung, oder um die beabsichtige Atmosphäre in der Festivalsituation besser simulieren zu können. Es ist dabei auch Raumakustik denkbar, entweder im Sinne von Multikanal-3D Audio oder räumlich getrennten fokussierten Audioinseln mit unterschiedlicher Narration, wobei aber die Besuchermenge bedacht werden sollte. Auch für die visuelle Bespielung ist der Wettbewerb offen für experimentelle Positionen – etwa Abbildungen, die aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich wirken, oder interaktive Augmentierung mit z.B. Smartphones.

Mit ‚Call for a fiction‘ stellt der Wettbewerbsauslober die Einreicher von thematischen Beschränkungen frei. Während die Einreichungen bei Genius Loci Weimar bisher aufgerufen sind, den Geist des jeweiligen Ortes zu reflektieren, soll für das neue Bauhaus-Museum eine Fiktion entwickelt werden, die eine Resonanz zwischen Architektur und medialer Ummantelung erzeugt. Eventuell setzt auch eine KI die Themen. Offenheit und Inspiration sind gefragt, den visionären Entwurfsideen sind dabei keine Grenzen gesetzt.