GOETHE- UND SCHILLER-ARCHIV

WEST-EAST CONVERSATION

 

 

Mit ihrer Arbeit "West-east conversation" nehmen die Animations- und Videokünstler Soheil Seraji und Nadira Madreimova aus Iran und Russland die Gedanken und Ideen Johann Wolfgang von Goethes "West-östlichen Diwans" auf. Das wundervoll anzusehende Animationsvideo stellt eine poetische, visuelle Umsetzung von Goethes letzter Gedichtsammlung dar.

 

DIE ARTISTS

Soheil Seraji und Nadira Madreimova sind ein Team bestehend aus zwei Animations- und Videokünstlern aus dem Iran und Russland.

ÜBER DEN SPIELORT

Ich denke mir Goethe diese Treppen emporsteigend, oder Schiller aus diesen Fenstern in die Bäume herabsehend; ein wie freundliches Gefühl der Befriedigung würde sie erfüllt haben, wenn ihre Phantasie diese Wohnräume ihrer Schriften als etwas Zukünftiges ihnen vorgespiegelt hätte.“

So wird Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Auftraggeberin des Goethe- und Schiller-Archivs bei der feierlichen Einweihung des Archivbaus am 28. Juni 1896 zitiert.

Auch heute noch kann der Emporsteigende ein „freundliches Gefühl der Befriedigung“ erleben, wenn er oder sie die steinerne, halbrunde Terrasse des auf einer Anhöhe thronenden klassizistischen Archivbaus erreicht hat. Umgeben von den Ausläufern des Ilmparks bietet sich ein weitläufiger Panoramablick über die Kulturstadt Weimar mit der Silhouette einiger ihrer wichtigsten Gebäude.

Die umgekehrte Blickachse zeigt sich von unten, vom Radwanderweg an der llm: Von dort lässt sich emporblicken zum Goethe- und Schiller-Archiv, das sich imposant auf der östlichen Uferseite der Ilm, zwischen dem Residenzschloss und  dem Schießhaus über der Stadt erhebt.

Zur Entstehungszeit des klassizistische Archivbaus, im „Silbernen Zeitalter“ Weimars ganz der Förderung auf künstlerischer und kultureller Ebene verschrieben, wurde sich nach Vorbildern suchend nach Versailles gewandt: Der von Großherzogin Sophie beauftragte Architekt Otto Minckert richtete seinen Blick nach Westen, in die Kulturstadt Paris. Inspiriert von dem Lustschlösschen „Petit Trianon“, nordwestlich des geschichtsträchtigen Schlosses von Versailles gelegen, waren schließlich seine architektonischen Entwürfe entstanden. Ihnen folgend, konnte von 1893 bis 1896 das heutige Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar entstehen, das von Anfang an als reiner Zweckbau in Auftrag gegeben worden war.

Den wohl wertvollsten Bestandteil des Archivs stellen die Manuskripte und Urfassungen der literarischen Werke Goethes dar. Bereits zur Entstehungszeit des Archivs, unter der Schirmherrschaft der kulturbeflissenen Großherzogin Sophie, wurde die große historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke, Tagebücher und Briefe Goethes erarbeitet, die Weimarer oder Sophien-Ausgabe.

Bis heute gilt das älteste Literaturarchiv in Deutschland mit zahlreichen Nachlässen von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern, Verlagsarchiven sowie Einzelhandschriften mit Schwerpunkt auf dem 18. und 19. Jahrhundert als das bedeutendste Archiv der „Goldenen Zeit“ Weimars.

FOTOS

Verwendung der Fotos nur mit Bildnachweis: © Christian Rothe, Genius Loci Weimar 2020