24.-26.09.2021

GOETHE- UND SCHILLER-ARCHIV

"West-East Conversation"

Mit ihrer Arbeit "West-east conversation" nehmen die Animations- und Videokünstler.innen Soheil Seraji und Nadira Madreimova aus Iran und Russland die Gedanken und Ideen Johann Wolfgang von Goethes "West-östlichen Diwans" auf. Das wundervoll anzusehende Animationsvideo stellt eine poetische, visuelle Umsetzung von Goethes letzter Gedichtsammlung dar.

Trailer Goethe- und Schiller-Archiv "West-east conversation"

Artists

Soheil Seraji und Nadira Madreimova sind ein Team bestehend aus zwei Animations- und Videokünstler.innen aus dem Iran und Russland.

Über den Spielort

„Ich denke mir Goethe diese Treppen emporsteigend, oder Schiller aus diesen Fenstern in die Bäume herabsehend; ein wie freundliches Gefühl der Befriedigung würde sie erfüllt haben, wenn ihre Phantasie diese Wohnräume ihrer Schriften als etwas Zukünftiges ihnen vorgespiegelt hätte.“ So wird Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach bei der feierlichen Einweihung des Archivbaus im Juni 1896 zitiert.

Auch heute noch können Emporsteigende ein „freundliches Gefühl der Befriedigung“ erleben, wenn sie die steinerne, halbrunde Terrasse des auf einer Anhöhe thronenden klassizistischen Archivbaus erreicht haben. Umgeben von den Ausläufern des Ilmparks bietet sich ein weitläufiger Panoramablick über die Kulturstadt Weimar mit der Silhouette einiger ihrer wichtigsten Gebäude.

Die umgekehrte Blickachse zeigt sich von unten, vom Radwanderweg an der Ilm: Von dort lässt sich emporblicken zum Goethe- und Schiller-Archiv, das sich imposant auf der östlichen Uferseite der Ilm erhebt.

Nach Vorbildern für den Bau des Archivs suchend richtete der von Großherzogin Sophie beauftragte Architekt Otto Minckert seinen Blick zum Ende des 19. Jahrhunderts nach Versailles. Inspiriert von dem Schlösschen Petit Trianon entstanden seine architektonischen Entwürfe. Doch anders als die Schlösser von Versailles war der Weimarer Bau für die Öffentlichkeit konzipiert.

Das Goethe- und Schiller-Archiv erschließt und erforscht mehr als 150 Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern, 14 Archive von Verlagen Vereinen und Gesellschaften, insgesamt 5 Mio. Blatt – für Besucher und Benutzer aus aller Welt.

Die Bestände repräsentieren in umfassendem Maße die deutschsprachige Literatur wie auch Musik, bildende Kunst und Wissenschaft – mit dem Schwerpunkt im 18. und 19. Jahrhundert. Den wohl wertvollsten Bestandteil des Archivs stellen die Manuskripte und Briefe Goethes dar. Sein Nachlass wurde 2001 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Im 21. Jahrhundert geht das Goethe- und Schiller-Archiv digitale Wege – in der Erschließung, in der Reproduktion, in der Edition und Forschung. In Ausstellungen und im Lesesaal setzt das älteste deutsche Literaturarchiv auf die kostbaren Originalhandschriften – Goethe und Schiller, Wieland und Herder, Liszt und Nietzsche, aber auch viele Künstlerinnen und Künstler, die wieder neu zu entdecken sind.

Verwendung der Gebäudefotos nur mit Bildnachweis: © Christian Rothe, Genius Loci Weimar 2020