VIDEOMAPPING-SHOW STERNBRÜCKE

21:30–00:15 Uhr, alle 30 min. | frei

Jeden Abend ab 23:30 wird die Sternbrücke mit einer interaktiven Tagtool
Session zum Leuchten gebracht - macht mit!


Park an der Ilm, 99423 Weimar

STERNBRÜCKE

OMAi GmbH

Visuals: Markus Dorninger, Matthias Fritz aka Maki & iink

Musik: Philip Zoubek

Manchmal fühlt es sich an an als wären wir gemeinsam nach einem süßen Traum von relativer Stabilität und Wohlstand in einer dunklen Realität aufgewacht. Angst und Unsicherheit wohin man auch schaut, eine scheinbar unvermeidliche Reaktion auf den rasanten Wandel. Unruhen und Konflikte sind natürliche Begleiterscheinungen von Übergängen. Unser Ziel ist es die Sternbrücke als Übergang in eine neue Ära zu präsentieren, welche das Vorher mit dem Nachher verbindet. Wir wollen eine universellere Perspektive einnehmen und die Sternbrücke in Wunder und Erwartungen von dem was wohl noch kommen mag einkleiden. Kein Urteil. Keine Kommentierung. Nur eine handgezeichnete ästhetische Feier dieses speziellen Momentes mit Licht und Schatten.

Die Wiener Firma OMAi steht für eine spontane, kooperative und integrative Herangehensweise an digitale Kreativität. Markus Dorninger und Matthias Fritz, aka Maki & iink, sind die Erfinder und Designer von Tagtool, eine iPad-App für Projektionskunst. Ihre Arbeiten umfassen Projektions-Interventionen im öffentlichen Raum, wie auch Performances für kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen. Das Duo arbeitet oftmals in Zusammenarbeit mit Musikern aus dem Bereich der Neuen Improvisationsmusik. Bei ihrer Installation mit dem Titel "Sternbrücke" stammt der Soundtrack von Philip Zoubek. Dieser in Köln lebende Pianist und Komponist ist für sein hochenergetisches, die Grenzen des Pianos auslotendes Spiel bekannt, zu dem auch Präparationstechniken und Aktionen im Inneren des Instrumentes gehören.

DER SPIELORT

 

 

 

Die Sternbrücke ist die älteste Brücke Weimars und diente der Hofgesellschaft lange als exklusiver Zugang zu den herzoglichen Jagdgründen. Anfänglich teilweise als Zugbrücke angelegt, unterstrich sie den wehrhaften Charakter des Schlosses am damaligen Stadtrand. Die ovalen Öffnungen in den Brückenpfeilern verhinderten dagegen gerade durch ihre Durchlässigkeit, dass sie, wie die anderen Parkbrücken, regelmäßig vom Hochwasser zerstört wurde.

Heute hält sie täglich dem Strom der Parkbesucher stand und bietet einer Vielzahl von Menschen die Möglichkeit sich in ihrem Schatten am Flussufer zu erholen oder in dem kleinen Bächlein, der Leutra, die hier in die Ilm einfließt, die Füße zu kühlen. Von hier aus beobachtet erscheinen die über die Brücke wandelnden Besucher als lebendiger Teil der Architektur.

Folgt das Auge nun dem Lauf der unterschiedlich geschwungenen Bögen, welche vom unruhigen Wasser reflektiert ein vollständiges Rund ergeben und dabei nachvollzieht wie natürlich diese Brücke die Stadt mit dem Park verbindet und dabei beiden zugehörig scheint, mag man Nietzsche zustimmen, der über öffentliche Erholungsräume schreibt: „Wir wollen uns in Stein und Pflanze übersetzt haben, wir wollen in uns spazieren gehen“.

Brücken gelten als klassisches Symbol und Metapher für die Überwindung von Grenzen. Im Rahmen des Genius Loci Weimar Festivals bietet die Sternbrücke als Spielort zwei reizvolle Aspekte. Einerseits spiegelt sich die Projektion auf der Wasserfläche wider, andererseits führt der Besucherstrom des Festivals über die Brücke selbst, wodurch das Publikum selbst zur Projektionsfläche wird.